Samstag, 7. Januar 2017

"Die Goldprinzessin" von Ellen Spaniel | Rezension








Hallo liebe Kleckse!



Heute darf ich euch den ersten Post des Jahres 2017 zeigen. Es ist zumindest der erste Post auf diesem Blog in diesem Jahr. Und ihr habt es bestimmt gemerkt: hier hat sich etwas verändert.
Ich habe nicht nur am Design gedreht (Tutorials sei Dank), sondern auch einen neuen Namen für uns gefunden. Während ihr die Kleckse seid (ihr könnt euch nicht mehr dagegen wären), heißt dieser Blog hier Tastenklecks.
Nicht mehr Seitenglanz. Die Zeiten sind vorbei. Wieso und warum und was, was, was? Das erfahrt ihr alles noch. Oder auch nicht. Lasst es mich einfach wissen, wenn ihr noch nichts erfahren habt und aufgeklärt werden möchtet. 
Ich habe im Rahmen der "Panemchallenge17" ein Buch gelesen, dass ich so vielleicht gar nicht zu Hand genommen hätte.



Dreist und spannend! 

Das sind die ersten beiden Worte, die mir zum Buch einfallen! Wieso? Ihr werdet es erfahren....


Über das Buch
Titel: "Die Goldprinzessin"
Autorin: Ellen Spaniel
Verlag: Dotbooks
Erscheinungsdatum: Juli 2015
ISBN: eBook 9783958242142
SEITENANZAHL: 245


#Panemchallenge17 
Passend zu Thema: Luxuswaren/Reichtum
"Reich zu sein" ist der Protagonistin "Jette" sehr wichtig. Sie fährt in Berlin mit ihrer schicken Kutsche herum, wohnt in einer Villa, hat Hauspersonal, immer schicke und teure Klamotten und mischt sich gerne unter das adlige Volk.





Die Autorin

Ellen Spaniel arbeitete als Übersetzerin und Co-Autorin der Rundfunksendungen ihres Ehemannes in Berlin. Viele Jahre war sie außerdem im Öffentlichen Dienst in den Bereichen Bildung, Kultur, Jugend und Pressearbeit tätig. Der Fall der „Goldprinzessin“ faszinierte sie von klein auf.

Bei "dotbooks" erscheint ihr Roman „Die Goldprinzessin“.

Quelle: DOTBOOKS



Worum geht es?

Berlin, 1834: Die junge Jette hat große Träume! Soll sie tatsächlich jahrelang in Diensten anderer schuften, um sich doch nie etwas leisten zu können? Ganz sicher nicht! Also entwickelt Jette einen ebenso tollkühnen wie gerissenen Plan, der ihr das Leben ermöglicht, das sie sich immer gewünscht hat! Als „Goldprinzessin“ geht sie bald bei Adel und Gesellschaft ein und aus, ist Gegenstand von Klatsch und Tratsch in Berlins Kaffeehäusern, wird bewundert und beneidet. Doch Jettes Spiel ist gefährlich – und ihre Machenschaften bleiben nicht unbemerkt …






Charakter

Amalie Niemann, Jettes Taufzeugin
"So dumm kann doch keine sein!", ist wohl das, was man bei Jettes Patin denken muss. Wenn man aber länger darüber nachdenkt, ist einem klar, dass das weniger mit Intelligenz zu tun hat. Sie war wohl einfach zu gutgläubig (was viele mit Dummheit gleichsetzen...). Das größte, was sie in ihrem Leben erreicht hatte, war die Goldprinzessin mit ihren Taten.


"Das alles hat sie mit ihrer Schönheit und ihrem Verstand erreicht. Und ein bisschen habe ich auch dazu beigetragen. Ich bin sehr stolz auf sie..."
(S.85)

Ihr ganzes Leben lang hatte sie zwar Geld, war aber trotzdem nicht wirklich zufrieden. Auch wenn es für die Goldprinzessin bei der Anhörung eher eine Ausrede war, hatte sie irgendwie recht:
"...durch mich ist sie glücklich und reich geworden. Wenn auch nur für eine kurze Zeit (...). Sie fühlte sich beachtet und anerkannt, sie war eine wichtige Persönlichkeit. Ihre nutzlose, trübe Existenz verwandelte sich in ein Leben voller Aufregungen, Überraschungen, freudiger Ereignisse, glücklicher Träume. War das nicht mehr, als sie jemals hatte?"
(S.163)

Henriette Pauline Wildhauser(Henriette Wilke) wusste genau, wie sie Leute um den Finger wickeln musste. Sie hat immer das erreicht, was sie wollte. Ob man will oder nicht, man muss ihr doch öfters Repekt zollen. Zu dieser Gerissenheit gehören auf jeden Fall eine gute Prise Intelligenz, doch auch besonders Mut und Ehrgeiz. Werte, die schon damals wichtig waren, aber eher nur bei Männern gern gesehen wurden.
Da sie keine Eltern mehr besaß, ihre Pflegeeltern sie verstoßen und ihre Patin nicht ausreichte, hat sie sich selbst welche herausgesucht. Jedenfalls in ihrer Fantasie und gegenüber allen, die es ihr glauben könnten.Sie hat sich das Leben so gebastelt, wie sie wollte. Durch die verschiedenen Ausschmucküngen ihrer Berichte gegenüber ihrer alten Freundin wurde es wohl noch wahrer für sie. Angeblich hätte sie die Fürstin "Mutter" und  den König "Vater" nennen dürfen. Untermauert mit Briefen, für die sie selbst Botin gespielt hatte und viele Handlanger, die in ihrem Spiel eine wichtige Rolle spielten, blieb der Schein ziemlich lange.
Als sie dann doch mal Probleme bekam, war auch schon ziemlich schnell Hilfe da. Mögliche Hilfe. Doch sie wollte auf nichts verzichten.


"Mir passten die Schuhe, sie passten mir sogar ausgezeichnet. Die Schuhe sind mir nicht zu groß - nur die Welt ist für mich zu klein." 
(S.74)

Worte, die von einem großem Selbstbewusstsein zeugen. Einem überheblichen sogar. Hätte sie nicht damals den Luxus gehabt, bei den Sanderaths (ihrer Pflegefamilie) als Gegenleistung für die Kinderbetreuung am Unterricht teilzunehmen und wäre ihre Magd nicht so gebildet gewesen, hätte sie wohl niemals ihr Lebenswerk erreichen können.
Schon damals zeigten sich erste Züge ihres späteren Wesens. Ihre Ersatzfamilie beschuldigte sie des Diebstahls und die Kinder dessen verachteten sie; Trost fand sie bei ihrer Taufzeugin. Doch auch damals wusste sie sich schon selbst zu helfen.


"Die hübsche, selbstbewusste Jette macht sich ihrerseits einen Spaß daraus, die "dünne und die dicke Ratte", wie sie die beiden höhnisch nannte, in ihre eigenen Fallen tappen zu lassen." 
(S.111) 




Schreibstil

Das größte Teil der Geschichte wird aus der Sicht von Frau Niemann, Jettes Patin erzählt. Lobpreisungen enthalten.
Ellen Spaniel hat sich über die Hochstaplerin Henriette Wilke wirklich gut informiert. Das merkt man nicht nur an den verschiedenen Fakten, die sie in der Geschichte geschickt einbaut. Ich weiß nicht, ob ihr das auch kennt: immer wenn mich ein Thema interessiert, fresse ich alles dazu, was ich in die Finger bekomme. Ohne die Panem-Challenge hätte ich das Buch wohl gar nicht zur Hand genommen. Aber so hat mich die Autorin wirklich neugierig gemacht. Also musste ich natürlich mich nach den Hintergrunddaten informieren. Weniger über die Biedermeierzeit, in der die Geschichte spielt, sondern über die Protagonistin selbst. Und immer wieder lief die Geschichte von Ellen Spaniel vor meinen Augen ab. So macht Geschichte Spaß! 
Über logische Fehler brauchen wir schon mal gar nicht zu sprechen, da es ja auf einer wahren Begebenheit beruht. 
Es gab aber ein paar Zeilen, die mich gelangweilt haben. Nämlich diese, in welchen aus der Kindheit von Jette und ihrer Pflegefamilie erzählt wurde. Aber irgendwie das ja auch zur Erklärung wichtig. Schließlich wurde ihr Charakter dadurch stark geprägt.





 Ein historischer Roman, der mit biographischen Elementen einem bei Atem hält!

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Danke, Kleckse! <3