Freitag, 26. Juni 2015

"Joséphine und Napoléon" von Sandra Gulland


  • Titel: "Joséphine und Napoléon"
  • Autor:  Sandra Gulland
  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 7 (11. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3596151684





Hallöchen!

Frau Gulland hat nach einjähriger Recherche einen biographischen Roman über Naplèon und Josèphine geschrieben. Für mich bedeutete dieses Buch SUB- Abbau, denn ich hatte nach der Errungenschaft der Lektüre auf dem Bücherflohmarkt der Bücherei es eigentlich nur im Regal stehen. 










Das Buch ist aus der Sicht von Josèphine geschrieben. 

Von der Zeit, in der sie von Barras mit Napolèon verkuppelt wurde (1796), bis zu jener, in der sie zur Kaiserin gekrönt wurde (1804). 

 

Es sind jene Jahre, in der es die besondere Frau besonders schwer hatte. 

Die Geschichte beginnt mit der Erscheinung des Geistes von Marie de Antoinette. Dazu schreibe ich euch in der Bewertung noch etwas! 

 

Dann kommt die eher heimliche Heirat von Josephinè und Napolèon. Er lernt ihre Kinder Hortense und Eugène kennen und stößt zuerst auf Ablehnung. Dies ändert sich erst sehr spät. 

Es wird die Familie seiner Gattin erwähnt, die ihn eigentlich auch nicht wirklich leiden kann. 

Privat hatte sie mit der- laut der Autorin nicht ganz berichtigten- Eifersucht ihres Mannes zu kämpfen, stand Napolèon in wichtigen politischen Entscheidungen bei (wobei es sie seiner Meinung nach die erste Zeit nichts anging) und sie musste sich vor allem und jedem behaupten. 

Besonders vor dem Volk und der Familie ihres Mannes. 

 

Im Gegensatz zum Wikipediaartikel ist Barras im Buch nur ein guter Freund von Josèphine (geb. de la Pagerie- was übrigens im Buch meiner Erinnerung nach nicht erwähnt wird, nur der Name ihres Mannes de Beauharnais)Was ihre Liebschaften anging, war die allgemeine Auffassung eine andere als die der Autorin. Wieso das so ist, erklärt sie im Nachwort. 

Sie beschreibt viele Dinge anders, als sie unter anderem im Internet dargestellt werden. 
Da ich aber allgemein der Auffassung bin, dass man bei Recherchen verschiedene Quellen benutzen soll, finde ich das nicht all zu schlimm. Solange Sandra Gulland nichts hinzugedichtet hat. Man sieht am Ende ja ihre Quellenangaben und kann gerne nachlesen!

 

Man erfährt, dass Madame Bonaparte als fast wohlhabende Witwe (durch Handel zu Geld gekommen) und zweifache Mutter mit dem damaligen General eine wichtige Ehe einging. Denn durch diese Verbindung wäre Monsieur Bonaparte nicht der geworden, der so ruhmreich in die Geschichte einging. 

Verschiedene Schauplätze werden erwähnt. 
Ägypten, das Josèphine nicht beschreiben konnte, weil dort ihr Sohn und ihr Gatte ohne sie waren. Mailand, wo sie ziemlich zu Anfang der Geschichte mit ihrem Mann zieht, weil dieser nicht ohne sie sein kann. 
Während sie eine Weile braucht, um sich zu verlieben, verzehrt sich ihr Mann nach ihr. Dass der General ein so weiches Herz hatte, wusste ich gar nicht! 
Schwer zu schaffen machte ihm (und auch seiner Frau) die Kinderlosigkeit der Ehe, die im Buch eine große Rolle spielt.  

Dass diese auch zur Trennung führte, damit Napolèon die Möglichkeit eines Thronfolgers zu bekommen, erwähnt die Autorin im Laufe des Buches nicht.

Da es aber Teil 2 einer Trilogie ist, nehme ich an, dass man das im nächsten Teil erfährt.


Auch seine harte Seiten werden beschrieben.
Politische Schritte, die er übernimmt und den Tod anderer bedeuten. Oder auch, wie er sich seiner Frau in Folge von Eifersucht benimmt. 
Im Gegensatz zu mir springt die Autorin nicht hin und her, sondern beschreibt alles chronologisch und übersichtlich.







Nach dem Buch habe ich Lust, noch mehr biographische Romane zu lesen. 

Wenn ich dann aber eine schlechte Sternebewertung gebe, weil mir das Buch einfach nicht gefallen hat (z.B. nicht mein Geschmack) und es in seinem Genre eigentlich glänzt, dann wäre das etwas, was ich einfach nicht ohne schlechtes Gewissen so dastehen lassen könnte.

Nur "fast", weil das nach meinem Verständnis eigentlich Perfektion beschreibt, die kaum zu erreichen ist. Meistens gibt man das dann einfach Lieblingsbüchern, weil man bei diesen einfach so sehr überzeugt ist. Aber das wäre eigentlich nicht ganz fair den anderen Autoren gegenüber.

Wenn ich bei Amazon bewerte, breche ich aber meine eigenen Regeln. Weil da einfach bewertet werden muss, halte ich mich da einfach an die allgemeinen Regeln. Volle Punktzahl, wenn so gut wie nichts zu bemängeln. 

 

Mir würde da ein Punkt einfallen, den ich nicht ganz so gut fand. Damit meine ich die Erscheinung von Marie de Antoinette. Das diese als Geist erscheint, kann ich entweder nicht richtig deuten, oder hat in dem Buch einfach nichts zu suchen. Es verleiht einfach einen zu fantasievollen Charakter.


Ich habe zwar etwas länger für das Beenden eines Buches gebraucht (an die zwei Wochen), aber die Zeit war gut investiert.

 

Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben und ich habe eine Symphatie gegenüber dem Hauptmann und Josephinè entwickelt. Ich fand es besonders gut, dass die Autorin auch verschiedene Details genannt hat. Wie z.B., das Josèphine immer hinter einem Fächer gelächelt hat, weil sie schlechte Zähne hatte. 

 

Josèphine war meiner Meinung nach eine sehr beeindruckende Persönlichkeit, die für ihre Zeit sehr stark und einflussreich war.  Sandra Gulland hat das Buch in Tagebuchform geschrieben und mit Hintergrundwissen gespickten Bemerkungen versehen. Dadurch fühlt man sich den Personen beim Lesen sehr nahe und lernt ganz nebenbei. 

 

Man lernt, während man sich unterhält- was ich eine gute Mischung finde! Ich wusste zuvor nur wenig über Napolèon, muss ich gestehen. Da kommt das Buch ja für einen kurzen Einblick ganz gelegen. Dass die Autorin einen Roman geschrieben, interpretiert hat und auch nur eine kurze Zeitspanne im Leben des Ehepaars beschreibt, darf man nicht außer Acht lassen! 

 

Mir gefällt die Anmerkung am Schluss des Buches zu verschiedenen wichtigen Zeitpunkten und Personen. Das wäre nämlich etwas, was ich dann wohl hinzugefügt hätte.

Dort kann man immer wieder während des Lesens nachschauen, oder es am Ende als Zusammenfassung benutzen.

 

Ich vergebe ja keine Sterne, weil man meiner Meinung nach verschiedene Bücher kaum miteinander vergleichen kann und Meinungen ja sowieso subjektiv sind.

Doch WENN das Buch von mir Sterne bekommen HÄTTE, wäre es wohl fast die volle Sternenzahl.


Also, liebe Sandra Gauland: es gibt fast nichts zu bemängeln!!



Ich bin ja jetzt auch schon am Überlegen, ob ich mehr von 
Napolèon lesen soll. Hm, aber mein SUB ist so groß...
Ich lasse euch es wissen ;-)

Eure Sara



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